Meine Ice Bucket Challenge – oder auch nicht

By | 25. August 2014

Moinmoin!

Auch mich hat es inzwischen erwischt, ich darf mir einen Eimer Wasser über den Kopf schütten. Juhu! Mache ich aber nicht. Dafür habe ich meine einfachen Gründe. Man siehe einmal diese zwei Videos. Nummer eins ist von einem deutschen Youtuber – man muss ihn nicht mögen, aber er ist ein netter Kerl, den ich persönlich auch schon einige Male getroffen habe. Wichtigstes Statement ab 2:50 Minuten:

So, und hier noch einer, der selbst mit ALS erkrankt ist – spätestens hier sollte man dann doch über den Sinn dieser ach so tollen Challenge nachdenken. Denn: Wie viel ist vom Grundgedanken hängen geblieben? Okay, Marie, die mich nominiert hat, hat sogar dran gedacht, alles wichtige zu nennen. Aber bei wie vielen ist das Eiswasser zu einer Art Mutprobe geworden, anstatt wirklich zu helfen? Das krasseste, was ich bisher gesehen habe, war sinngemäß: „Entweder ihr schüttet euch Eiswasser über den Kopf oder ihr schuldet mir 24 Dosen Red Bull!“. Und das hat mit dem Ursprung ja nun mal wirklich gar nichts mehr zu tun.

Als Bonus gibt es noch ein drittes Video, das tatsächlich so in den kanadischen Nachrichten ausgestrahlt wurde. Bis zu den letzten Sekunden scheint es ja sogar noch seriös zu sein, doch dann wird es dezent lustig. Seht selbst:

Fazit: Macht von mir aus mit dieser Challenge weiter. Vergesst aber den Sinn hinter der Sache nicht! Dieser geht mehr und mehr verloren. Letzten Endes sollte es aber auch nicht Ziel sein, spenden zu „müssen“, weil man sich nicht mit Eiswasser überschüttet. Es gab mal eine Zeit, wo man mit Spenden nicht angeben musste. Oder habt ihr, als ihr mal klein wart, in der Kirche bei dem „Klingelbeutel“ damit angegeben, wie viel gespendet wurde? Ich hätte übrigens auch gerne einige Personen nass gesehen. Aber ich verzichte dankend darauf.

Und weil ich ja sooooo herzlos bin (zumindest gibt es Leute, die den Text oben so interpretieren würden), möchte ich darauf hinweisen, dass auch ich für gute Zwecke spende. In diesem Falle multiple Sklerose. „Vorteil“ von MS: Sie ist einigermaßen gut heilbar. Bei ALS sieht das anders aus – und die 40-50 Millionen, die bisher zusammen gekommen sind, reichen bei weitem nicht, um ein Medikament zu entwickeln.

In diesem Sinne,

Over and out.