OnStage Entertainment: Meine Erfahrung mit der Abi-Zulassungsparty 2014

By | 12. April 2014

tl;dr (too long; did’nt read): Ich bin enttäuscht.

Da freut man sich darauf, das bestandene Abitur nach 3 Tagen durchgehender Party zu feiern. Das ganze läuft nicht wie sonst im Sievert, sondern im Treibsand, man hofft also auf viel und eine große Professionalität. Und dann bekommt man so etwas geliefert. Ich gehe jetzt einfach mal den Verlauf des Abends durch.

Die Anreise

Erst schön einen Döner essen, dann langsam zum Bahnhof begeben und auf den Shuttlebus warten. So war zumindest der Plan. Gegen 22 Uhr vor Ort warteten schon etwa 40 andere Personen auf den Bus. Der dann etwa 10 Minuten verspätet kam – und auch irgendwie kein Bus war. Wie kommt man auf die Idee, bei rund 800 geplanten Gästen ein einziges Großraumtaxi einzusetzen? Das geht mir einfach nicht in den Kopf rein. In der Hoffnung, es mit dem nächsten „Bus“ vielleicht zu schaffen, wurde natürlich noch gewartet. Aber auch da: Direkt voll. Und schon fängt die Moral an zu sinken.Naja, ich war ja mit sportlichen Personen unterwegs, also mit dem Fahrrad in Richtung Silbersee. Sind ja nur bequeme 8 Kilometer. Mein Begleiter aus Lippcity hat sich über die zusätzlichen Kilometer richtig gefreut, doch dazu gleich mehr.

Später kam es übrigens dazu, dass andere Taxen ebenfalls gefahren sind – allerdings waren es dann, anstatt den 2.50€, von den ursprünglich ausgegangen worden war, 4€ für eine Fahrt. Die ersten 10 Euro waren für die mit VVK-Karte also schon vor Anfang ausgegeben.

Der Einlass

Jetzt mal ganz ohne Spaß: WIE kann man sich so etwas erlauben? Louis Security hat hier einen richtig schlechten Job gemacht. Auf die Nachfrage, ob denn die eigene Stufe direkt reinkommt, wurde nur patzig geantwortet anstatt konstruktiv zu sagen, dass man sich genau so wie der Rest hinten anstellen muss. Das ganze war so arm organisiert, dass es schon fast wieder lustig war – fand ich zumindest. Manch andere fanden es nicht so witzig und heulten vorne. Nein, keine Hyperbel, das war wirklich der Fall.

Also: Wie läuft es bei „normalen“ Events, sprich eigentlich jedem anderen, ab? Es gibt mehrere Reihen, in denen man sich anstellen kann. In welcher Form auch immer das dann passiert: U18 sowie Ü18-Reihe, Vorverkaufsreihe und Abendkasse oder noch andere Kriterien. Nix da: Alle auf einen Haufen, teils mehr als 130 Leute vorne vor. Spaßig? Ging so. Naja, eigentlich überhaupt nicht. Dass sich so etwas überhaupt als Sicherheitsdienst verkaufen darf.. Ich schweife ab. Also, zumindest die Leute aus der eigenen Stufe hätte man direkt rein lassen können, oder? Immerhin präsentierte die Abistufe 2014 des JKG die Veranstaltung ja:

Und Leute mit Vorverkaufskarten waren ja auch egal. Moment nochmal, warum kauft man sich diese überhaupt im Vorverkauf?

So, dann nochmal zu der Art und Weise, wie das Personal draußen mit den Besuchern umgegangen ist. Normal anstehende Leute durften zum Teil nach einer Stunde noch einmal nach hinten gehen, um das Prinzip einer Reihe durchzusetzen. Ganz arme Arbeit, eine riesengroße Sauerei dass sowas passiert. Ein paar waren dann im Vordrängeln doch ausreichend gut, um in 10 Minuten durch zu kommen. Immerhin kam man ja dann doch noch irgendwann auf die Idee, an der Seite ein Seil zu spannen, um Leute zumindest einigermaßen geordnet reinlassen zu können. Leider passierte das ganze erst gegen halb 12 – ist das etwa die erste Veranstaltung gewesen, die die Security gemanaged hat? Kam zumindest so stümperhaft rüber und erinnerte ein wenig an CRC. *Edit: Es meldete sich gerade eine weibliche Person bei mir,  dass sie an den Brüsten nach hinten geschoben wurde: „Das fand ich sehr grenzwertig“. Und dann dieses dauerhafte „Geht mal einen Schritt zurück“. Von vorne wird  nach hinten gedrückt, von hinten nach vorne gedrückt. Das Ganze plus ein klein wenig Panik wäre bestimmt lustig ausgegangen. Nicht. Loveparade und so – drastisches Beispiel, allerdings doch zutreffend. Für die nächste Veranstaltung sollte die Security mal ein paar Euronen in die Hand nehmen und in ein Megafon investieren, vielleicht klappt es dann besser. Vielleicht – mit so einem Umgangston aber eher nicht.

Und nein, die Menge war für Feiernde ganz normal: leicht angetrunkene Leute, die von der Security bzw. derem Umgangston angepisst waren. Vollkommen zurecht.

Nach einer halben Stunde Anstehdauer: Immer noch jede Menge vor dem Einlass.

Nach einer halben Stunde Anstehdauer: Immer noch jede Menge vor dem Einlass.

An dieser Stelle möchte ich noch zwei Zitate nennen, die ich von den Wartenden gehört habe: „Das ganze ist so schlecht organisiert wie noch nie!“ und „Wie kann man sowas überhaupt als Security verkaufen?“. Kann ich mich nur anschließen, ich musste/durfte/konnte mich für meine eigene Stufe schämen.

Besonders lustig fand ich es, als ich erfahren habe, dass sich die Security wohl zwischenzeitlich einfach eine Auszeit genommen hat und unsere eigene Stufe den Einlass regeln durfte. Lieber Leser, ich bin kein Freund von Klatschblättern, aber an dieser Stelle: „Bild‘ dir deine Meinung“.

Das Personal

Ich habe keine Ahnung, von wem die Garderobe organisiert wurde, auf jeden Fall waren die dort Angestellten dezent Fehl am Platze. Es ist klar, dass die Garderobe irgendwann voll ist, bei so vielen Gästen. Gar kein Problem. Aber wenn dann eine Freundin von mir anfragt, ob die Jacke angenommen wird und darauf einen Satz mit der Vokabel „Schlampe“ an den Kopf geworfen bekommt. Solche unfähigen Bedienstete erwartet man normalerweise eher bei der Telefonhotline von Versatel, aber doch nicht bei einer Party! Eine halbe Stunde Wartezeit an der Garderobe bei der Abholung ist auch nicht mehr als eine Zumutung die Jungs standen zu dritt und bekamen es nicht auf die Kette. So ist das halt, wenn man Jacken zum Teil auf den Boden wirft und durch das eigene Ordnungssystem nicht mehr durchblickt. Letzten Endes wurden einzelne Personen sogar in den Raum rein gelassen, um die eigene Kleidung suchen zu „dürfen“. Das ganze kenne ich irgendwoher: Auf der Gamescom gab es das gleiche Problem im Pressezentrum, am Ende des Tages fehlte eine Tasche mit einer teuren DSLR und einem Macbook. Und tatsächlich fehlte einer Person gestern plötzlich die Jacke. *Edit: Zwei Personen. Auch ich hätte gestern alles mögliche mitnehmen können. Gab es eigentlich einen Aushang an der Garderobe, inwiefern eine Garantie übernommen wird? Sowas ist rechtlich gesehen Pflichtprogramm.

Achso: Außerdem würde mich interessieren, wo ich die Erlaubnis dafür gegeben habe, für kommerzielle Zwecke gefilmt worden zu sein. Kleiner Tipp für den Promofilm, der daraus bestimmt gemacht wird: Zeigt nicht die Schlangen vor dem Treibsand. Sonst nehme ich das Video noch einmal auseinander und wiederhole den Teil „Der Einlass“ nochmal. Glorifizieren kann man die lange Wartezeit nämlich nicht, so toll war die Party nicht.

La Música

Ich mag EDM (Electronic Dance Music), aber leider nicht alle. Ja, es war vorher angekündigt, dass Charts und Elektronik kommen. Rein musikalisch gesehen gab es nur wenig Stilbrüche bzw. Fehler beim Mixing. Aber dennoch hätte ein bisschen mehr Diversität nicht geschadet. Wie wäre die Menge wohl bei Bochum, OMG, Proper Education oder Smells Like Teen Spirit abgegangen (Okay, Nirvana lief, allerdings nicht im Original – es gibt Songs, die sollten einfach nicht verändert werden)? Auch hätte sicherlich DoppelDate (Stufeninternes Rap-Duo) oder ein zweiter, dritter Piratentanz der Stimmung nicht geschadet *Edit: Der Piratentanz lief wohl öfter, aber wenn man nicht reinkommt, kriegt man das ja nicht mit. Mich als DJ zu bezeichnen, wie es manche in der Stufe tun, wäre etwas hoch gegriffen – aber ich hörte heute Nacht öfters, dass es bei mir besser lief. Komisch eigentlich, der Meinung war ich nicht, als wir Mittwoch und Donnerstag abends an der Schule waren. Übrigens: Wer will, kann am 1. Mai im WUP mit mir feiern, so wie es aussieht. Dann sind auf dem Maiwagen 6x so viel Boxen wie in der Schule bei den Mottotagen, mit mehr Spaß, Alkohol und natürlich auch länger.

Die Preise

Augen anstrengen! Ist etwas dunkel geraten, aber trotzdem lesbar.

Augen anstrengen! Ist etwas dunkel geraten, aber trotzdem lesbar.

Naja, war ja irgendwie klar, dass es teuer wird. Aber dann drei Euro für ein Pils? Nee, danke. Kein Wunder, dass nachher der Wodka leer war – hier passte der Preis von 2.50 Euro schon viel besser.
Übrigens: Glas macht auf keiner Party Sinn. So viel wie da zu Bruch gegangen ist, wundert es mich, dass niemand (meines Wissens) nun einen kaputten Fuß hat.

Fazit

Grundsätzlich ist das Treibsand eine schöne Location – zwar etwas weit weg vom Schuss, aber das sind wir ja schon vom Sievert gewöhnt. Grundsätzlich gibt es auch gute Partys in dem Schuppen. Aber die Organisation von dieser ist ordentlich missglückt. Soweit ich weiß, war das ganze als eine Art Einstieg in Halterns Partyszene geplant – und ist meiner Meinung nach ordentlich nach hinten los gegangen. Und nein, ich bin nicht der einzige, der das so sieht.
Ich hoffe im Interesse aller, dass die Organisation der nächsten Events von OnStage besser abläuft – und vor allem mit einem anderen Sicherheitspersonal. Und damit das ganze nicht nur wie ein Wutbürger-Beitrag rüberkommt: Für den Fall, dass meine Stufe noch einmal mit OnStage feiert, setze ich mich gerne in irgendwelche Gremien, um alles organisiert zu haben – vorausgesetzt, dieses wird nicht noch einmal übergangen, wie es mir gestern erzählt wurde. Stichwort Pommesverkauf. Oder halt auch ohne OnStage: Ich habe zusammen mit anderen Personen aus unserer Stufe genügend Kontakte.